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  Geilenkirchen - Geschichte



Geilenkirchen im Kreis Heinsberg ist ein altes Siedlungsgebiet. Das beweisen Bodenfunde und steinzeitliche Werkzeuge aus den verschiedensten Epochen.

Die Stadt Geilenkirchen entstand am linken Ufer der Wurm bei einer schon in der Römerzeit benutzten Furt, als eine frühfränkische Ansiedlung an der ehemaligen Römerstraße Aachen - Roermond.

Durch die Römer wurde das Kreisgebiet um Geilenkirchen erschlossen, unter anderem durch die bedeutende Verbindung Heerlen – Xanten. Eine weitere Straße führte über Tüddern - Gangelt - Geilenkirchen - Puffendorf und Freialdenhoven nach Jülich. Im Mittelalter behielt diese Straße als Handelsstraße ihre Bedeutung.

 
  Wurm als Grenzflüsschen
 
Nach dem Ende der römischen Epoche im Rheinland wurde das Land unter der Herrschaft der Merowinger neu aufgeteilt. Das kleine Tal der Wurm bildete nun eine Grenze zwischen Maas und Rur, die das östliche Königreich der ripuarischen Franken von dem westlich gelegenen salischen Herzogtum Hasbanien trennte.

Diese Grenzziehung wurde später von der Kirche übernommen. Das östlich gelegene Land gehörte zum Erzbistum Köln, während die Bewohner des Westufers dem Bistum Lüttich unterstanden. Dieser Grenzlage verdankt das Wurmtal die Anlage der zahlreichen Burgen, hauptsächlich Wasserburgen, die später ihre militärische Funktion verloren und zum Teil in Schlösser umgewandelt wurden. Hiervon befinden sich mehrere in unmittelbarer Nähe der Stadt Geilenkirchen.

Die Siedlung an der Wurm war durch eine Wasserburg der Grafen von Heinsberg gesichert. Der Name Geilenkirchen bezieht sich ursprünglich auf eine Holzkirche, die wohl ein Franke namens Geilo errichtet hatte. Erwähnt wird Geilenkirchen erstmalig im Jahr 1170, als Stadt im Jahre 1386.

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Im Mittelalter gab es in der Region kein homogenes Gebiet. Unterschiedlichste Adelshäuser beanspruchten Besitztümer im heutigen Stadt- und Kreisgebiet.
 
  Karte Geilenkirchen um 1800
 



Karte oben: MouseOver für Einblendungen

Nachdem Napoleon das Gebiet des Kreises annektierte, wurden gemäß der üblichen Verwaltungsgliederung Department und Kantone gebildet. Von 1794 bis 1814 stand Geilenkirchen unter französischer Herrschaft im Département de la Roer. Auf den Karten dieser Zeit sind entsprechende franz. Eintragungen zu sehen.

Auf der Karte erkennbar: Die durch das Flüsschen Wurm getrennten Ortsteile Geilenkirchen und Hünshoven und der im Jahr 1800 noch nicht durch Bebauung mit dem Stadtkern 'zusammen gewachsene' Ortsteil Bauchem. Den alten Verlauf der Wurm, mit der kleinen Wurm die am heutigen Haus Basten (frühere Ölmühle) vorbei führte, habe ich für Sie in blau hervorgehoben (Bewegen Sie den Mauszeiger über die Karte für weitere Infos). Zwei weitere Mühlen sind auf der Karte (franz. Moulin) eingezeichnet: Die erste an der heutigen Kornmühle, die zweite nördlich von Burg Trips.
 
  Geilenkirchen wird Kreisstadt
 
Mit Errichtung des Regierungsbezirks Aachen im Königreich Preußen entstanden 1816 (nach dem Wiener Kongress) die Kreise Heinsberg, Geilenkirchen und Erkelenz. So wurde Geilenkirchen (bis 1972) zur Kreisstadt.

Kreis Heinsberg (Infos Landkreis Geilenkirchen)
 
  Weltkriege
 
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Rheinland von alliierten Truppen besetzt. In den Jahren 1918 bis 1929 hatten belgische Besatzungstruppen eine Kaserne im Stadtgebiet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Geilenkirchen in den Westwall eingebunden und dementsprechend stark umkämpft. Nach dem Zweiten Weltkrieg richteten englische Besatzungstruppen einen Flugplatz im Ortsteil Teveren ein.

Geilenkirchen Weltkrieg + Westwall
 
  Entwicklung + Einwohnerzahlen
 
Dazu muss man wissen, das erst durch das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Aachen (Aachen-Gesetz) vom 14. Dezember 1971 (Inkrafttreten 1. Januar 1972), die bis dahin selbstständige Gemeinde Würm (Amt Immendorf-Würm) mit den Ortschaften Würm, Immendorf, Leiffarth, Beeck, Flahstraß, Süggerath, Honsdorf, Müllendorf aufgelöst und nach Geilenkirchen eingemeindet wurde.

Geilenkirchen Ortschaften, Weiler und Höfe     mehr Info - Kreis Heinsberg
 

Entwicklung: Geilenkirchen

1890: 3743 Einwohner, davon 90 Evangelische, 154 Juden

Geilenkirchen, Kreishauptort im preuß. Regierungsbezirk Aachen, an der Worm (Wurm) und an der Linie Aachen-Neuß der Preußischen Staatsbahn, hat ein Amtsgericht, eine evangelische und 2 kath. Kirchen, eine Synagoge, eine Dampfsägemühle, Thonwarenfabrikation, Gerberei. Geilenkirchen bildet mit dem anliegenden Hünshofen, acht Dörfern und andern Orten eine Gemeinde.

1894: 3881 Einwohner
Kreis: Geilenkirchen, Amtsgericht und Post: Geilenkirchen
Bahnhof der Linie Aachen-Rheydt der Preußischen Staatsbahn, Volksbank, Landratsamt, Amtsgericht, evangelische und katholische Pfarrkirche, Synagoge, höhere Bürgerschule, Eisengießerei, Dampfsägemühle, Tonwarenfabrik, Ofenfabrik, Gerberei, Obstbaumzucht
Geilenkirchen bildet mit der Stadt Hünshoven und 8 Dörfern eine Gemeinde mit 3.881 Einwohnern, hat aber keine Stadtrechte, ist aber im rheinischen Provinziallandtag als Stadt vertreten.

1925: 5217 Einwohner
1927: Landratsamt, Zollamt
1933: 6224 Einwohner
1939: 6875 Einwohner
 

Entwicklung: Gemeinde Würm

Kreis: Geilenkirchen, Amtsgericht und Finanzamt: Geilenkirchen, Post: Würm

1925: 1339 Einwohner
1933: 1313 Einwohner
1939: 1305 Einwohner

Quellen; Statistik des Deutschen Reichs, Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland

Weitere Infos auf meinen Seiten

Stadtbezirke (Neugliederung, Aachen-Gesetz) und
Kreis Heinsberg (Infos Landkreis Geilenkirchen)
 
  Geilenkirchen heute
 
Der offenbar lange Zeit gültige Wahlspruch »600 Jahre Stadt Geilenkirchen - und wir schlafen weiter« bröckelt endlich! Die Innenstadt wird saniert. Der Aktionskreis arbeitet an einem besseren Image. Wenn nun die ewigen 'Ausbremser' statt Bremsklötze vorzulegen auch noch anschieben würden, wäre das toll.

Auch die Verwaltung änderte die vor einigen Jahren noch übliche Haltung ähnlich einer »Nachtwächterfunktion«, die sich auf bloßes Bestimmen und Kontrollieren beschränkte. Der neue Geist hat Einzug gehalten und orientiert sich nun an den Schlagworten "Bürgernähe" und "innovatives Vorwärtsdenken". Natürlich dauert es noch, bis man vom "Ohr am Herzen des Bürgers" sprechen kann.
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